Skip to main content

2019

Panama

34. WJT

22. Januar -
27. Januar 2019
700.000 Teilnehmer

Motto

„Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast“ (Lk 1,38)."

Rückblick

Mehr als 100.000 Pilger aus 156 Ländern (davon am meisten aus Kolumbien, Brasilien, Costa Rica, Mexiko und Polen); 480 Bischöfe von denen 380 Katechesen in 25 Sprachen halten; 20.000 Volunteers aus Panama und 2.445 Volunteers aus der ganzen Welt; 2.500 akkreditierte Journalisten.
Hymne Original ES

He aquí la sierva del Señor, hágase en mí según tu palabra
Autor: Abdiel Jiménez

Somos peregrinos que venimos hoy aquí,
desde continentes y ciudades.
Queremos ser misioneros del Señor,
llevar su palabra y su mensaje.
Ser como María, la que un día dijo: .
Ante la llamada de tu proyecto.
El cielo se goza y canta de alegría.
Toda la tierra alaba tus portentos.

HE AQUÍ LA SIERVA DEL SEÑOR,
HÁGASE EN MÍ SEGÚN TU PALABRA. 2x
TU SIERVA, YO SOY.
TU HIJA, YO SOY.
TU HIJO, YO SOY.

Ser como María, disponibles a salir.
Iglesia peregrina con amor.
Jóvenes, testigos y discípulos,
Con alegría, fe y vocación.

HE AQUÍ LA SIERVA DEL SEÑOR,
HÁGASE EN MÍ SEGÚN TU PALABRA. 2x

No tengan miedo, no.
No tengan miedo,
de llevar el amor de Dios.
Comprometidos, sí, como María
que supo ser la sierva del Señor.

HE AQUÍ LA SIERVA DEL SEÑOR,
HÁGASE EN MÍ SEGÚN TU PALABRA. 2x
HE AQUÍ, LA SIERVA DEL SEÑOR,
HÁGASE EN MÍ SEGÚN TU PALABRA. 4x

Hymne DE

"Nimm mein Ja"

Übersetzung: Raphael Schadt


Botschaft des Papstes
Lorem Ipsum
Videobotschaft von Papst Franziskus an die Jugendlichen zur Vorbereitung auf den 34. Weltjugendtag 2019

Liebe junge Freunde,

wir nähern uns dem Weltjugendtag. Er findet im Januar in Panama statt und hat als Motto die Antwort der Jungfrau Maria auf den Ruf Gottes: »Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast« (Lk 1,38).

Ihre Worte sind ein mutiges und großherziges „Ja“. Das Ja derer, die das Geheimnis der Berufung verstanden haben: aus sich herausgehen und sich in den Dienst der Mitmenschen stellen. Unser Leben findet seinen Sinn nur im Dienst für Gott und für den Nächsten.

Es gibt viele junge Menschen – gläubig oder nicht gläubig –, die am Ende eines Abschnitts in ihrer Ausbildung den Wunsch äußern, anderen zu helfen und etwas für die Notleidenden zu tun. Das ist die Stärke der jungen Menschen, die Stärke von euch allen, die diese Welt verändern kann; das ist die Revolution, die die „starken Mächte“ dieser Welt besiegen kann: die „Revolution“ des Dienens.

Sich in den Dienst des Nächsten zu stellen bedeutet nicht nur, zur Tat zu schreiten. Es heißt auch, in einer Haltung des Hörens in Dialog mit Gott zu treten, wie Maria es getan hat. Sie hörte auf das, was der Engel ihr sagte, und dann antwortete sie. Wenn wir diese Beziehung mit Gott in der Stille des Herzens pflegen, erkennen wir unsere Identität und die Berufung, zu der Gott uns ruft. Diese kann sich in verschiedenen Formen ausdrücken: in der Ehe, im gottgeweihten Leben, im Priestertum ... All das sind Wege, Jesus nachzufolgen. Wichtig ist herauszufinden, was der Herr von uns erwartet, und den Mut zu haben, „Ja“ zu sagen.

Maria war eine glückliche Frau. Denn sie war Gott gegenüber großherzig. Sie war offen für den Plan, den Gott für sie hatte. Wenn Gott uns etwas anbietet, will er, wie bei Maria, nicht unsere Träume auslöschen, sondern unsere Sehnsucht wecken; er will, dass unser Leben fruchtbar wird, viele Menschen zum Lächeln bringt und viele Herzen erfreut. Gott eine positive Antwort zu geben ist der erste Schritt, um glücklich zu sein und viele Menschen glücklich zu machen.

Liebe junge Freunde, habt den Mut, in euch zu gehen und Gott zu fragen: Was willst du von mir? Lasst zu, dass der Herr zu euch spricht, und ihr werdet sehen, wie euer Leben sich verwandelt und von Freude erfüllt wird.

Zur Vorbereitung auf den kommenden Weltjugendtag in Panama lade ich euch ein, den angebotenen Initiativen zu folgen und daran teilzunehmen. Sie werden euch auf eurem Weg zu diesem Ziel helfen. Möge die Jungfrau Maria euch auf diesem Pilgerweg begleiten und möge ihr Beispiel euch anspornen, bei eurer Antwort mutig und großherzig zu sein.

Alles Gute auf eurem Weg nach Panama! Und vergesst bitte nicht, für mich zu beten. Bis bald.

Willkommens- und Eröffnungsfeier des Weltjugendtags Ansprache des Heiligen Vaters

Campo Santa Maria la Antigua – Cinta Costera (Panama)
Donnerstag, 24. Januar 2019


 

Liebe Jugendliche! Guten Abend!

Was für ein schönes Wiedersehen – in diesem Land, das uns so farbenfroh und warmherzig empfängt! Der Weltjugendtag, der uns hier in Panama zusammenführt, ist wieder einmal ein Fest, ein Fest der Freude und der Hoffnung für die ganze Kirche. Und für die Welt ist er ein großes Zeugnis des Glaubens.

Ich erinnere mich, dass mich in Krakau einige Leute fragten, ob ich nach Panama kommen würde, und ich sagte: „Ich weiß nicht, ob ich da sein werde, aber Petrus wird sicher da sein. Petrus wird da sein.“ Heute freue ich mich, euch sagen zu können: Petrus ist bei euch, um den Glauben und die Hoffnung zu feiern und zu erneuern. Petrus und die Kirche gehen mit euch, und wir wollen euch sagen, dass ihr euch nicht davor fürchten braucht, mit dieser erfrischenden Energie und dieser bleibenden Sehnsucht weiterzumachen, die uns hilft und uns anspornt, freudiger und verfügbarer zu sein – und damit bessere „Zeugen des Evangeliums“. Weitermachen, nicht etwa um auf einer Jugendveranstaltung mit ein paar dekorativen Elementen eine etwas „spaßigere“ oder „coolere“ Parallelkirche zu errichten, als ob euch das glücklich machen könnte. So zu denken, würde bedeuten, euch und alles, was der Geist durch euch sagt, nicht ernst zu nehmen.

Im Gegenteil! Wir wollen gemeinsam mit euch die unablässige Neuheit und Jugendlichkeit der Kirche entdecken und erwecken, indem wir uns immer für diese Gnade des Heiligen Geistes öffnen, der oftmals ein neues Pfingsten bewirkt (vgl. Jugendsynode, Abschlussdokument, 60). Und das ist nur möglich, wenn wir uns, wie vor Kurzem bei der Synode, aufschwingen, voranzuschreiten, indem wir einander zuhören, und zuzuhören, indem wir zusammenkommen. Wir sollten ein Zeugnis geben können, indem wir den Herrn durch den Dienst an unseren Brüdern und Schwestern verkünden; in einem konkreten Dienst, versteht sich. Es ist keine Liebhaberei, sondern ein konkreter Dienst. Wenn wir aufbrechen, junge Freunde – immer jung wie in der Geschichte Amerikas –, denke ich an euch, die ihr als Erste zu diesem Weltjugendtag aufgebrochen seid, denke ich an die Jugend der indigenen Bevölkerung. Ihr ward die Ersten in Amerika und jetzt seid ihr die Ersten, die zu diesem Treffen aufgebrochen sind. Gebt ihnen einen Riesenapplaus! Und ihr jungen Menschen afrikanischer Abstammung, auch ihr habt eure Begegnung schon gehabt und seid uns voraus. Ein weiterer Applaus!

Gut. Ich weiß, dass es nicht einfach war, hierher zu kommen. Ich kenne die Mühen und Opfer, die ihr gebracht habt, um an diesem Ereignis teilnehmen zu können. Viele Tage Arbeit und Einsatz, die Treffen der Reflexion und des Gebets sorgen dafür, dass der Weg selbst sich lohnt. Ein Jünger ist nicht nur der, der etwas erreicht, sondern derjenige, der mit Entschiedenheit anpackt, der keine Angst hat, Risiken einzugehen und sich auf den Weg zu machen. Wenn einer sich auf den Weg macht, ist er schon ein Jünger. Wenn du sitzen bleibst, hast du verloren. Anfangen loszugehen, das ist die größte Freude des Jüngers, unterwegs sein. Ihr hattet keine Angst, Risiken einzugehen und euch auf den Weg zu machen. Und heute können wir feiern, weil dieses Fest schon vor langer Zeit in allen euren Gemeinschaften begonnen hat.

Wir haben soeben der Vorstellung zugehört und haben an den Fahnen gesehen, dass wir aus verschiedenen Kulturen und Völkern kommen, verschiedene Sprachen sprechen und unterschiedliche Kleidung tragen. Jedes unserer Völker hat eine andere Geschichte und andere Verhältnisse erlebt. Wie viele Dinge können uns voneinander unterscheiden! Aber nichts davon hat uns daran gehindert, zusammenzukommen, so viele Unterschiede haben es nicht verhindert, dass wir uns treffen, dass wir beieinander sind, dass wir miteinander vergnügt sind, dass wir miteinander feiern und gemeinsam Jesus Christus bekennen. Kein Unterschied hat uns gestoppt. Und das ist möglich, weil wir wissen, dass es etwas gibt, das uns verbindet, dass es jemanden gibt, der uns zu Brüdern und Schwestern macht. Ihr, liebe Freunde, habt viele Opfer gebracht, um einander begegnen zu können und so werdet ihr wahre Meister und Gestalter der Kultur der Begegnung. Ihr werdet damit zu Meistern und Gestaltern der Kultur der Begegnung, die nicht nur ein „Hallo, wie geht’s?“ und ein „Hallo, bis bald!“ ist. Nein, die Kultur der Begegnung lässt uns gemeinsam losgehen, mit unseren Unterschieden, doch mit Liebe, alle vereint auf dem gleichen Weg. Ihr, mit euren Gesten und eurem Verhalten, mit euren Blicken, Wünschen und vor allem mit eurer Sensibilität widerlegt und entschärft ihr all jene Reden, die darauf bedacht sind, Spaltung hervorzurufen, jene Reden, die mit aller Kraft diejenigen ausschließen und vertreiben wollen, die „nicht wie wir sind“. Wie man in einigen Ländern Amerikas sagt: „Sie sind keine GCU [gente como uno, Menschen wie wir]“. Widersprecht diesen Redensarten! Alle sind sie Menschen wie wir, bei all unseren Unterschieden. Und das liegt daran, dass ihr ein Gespür dafür habt, dass »die wahre Liebe legitime Unterschiede nicht auslöscht, sondern sie in einer höheren Einheit miteinander in Einklang bringt« (vgl. Benedikt XVI., Predigt, 25. Januar 2006). Ich wiederhole: „Die wahre Liebe löscht legitime Unterschiede nicht aus, sondern bringt sie in einer höheren Einheit miteinander in Einklang“. Wisst ihr, wer das gesagt hat? Wisst ihr das? Papst Benedikt XVI., der uns jetzt zuschaut. Geben wir ihm einen Applaus und schicken wir ihm einen Gruß von hier! Er schaut uns am Fernsehen zu. Ein Gruß, alle winken mit den Händen Papst Benedikt zu! Nun, wir wissen, dass der Vater der Lüge, der Teufel, immer ein gespaltenes und streitsüchtiges Volk vorzieht. Er ist der Meister der Spaltung und fürchtet ein Volk, das lernt zusammenzuarbeiten. Und das ist ein Kriterium, um die Menschen zu unterscheiden: diejenigen, die Brücken bauen, und diejenigen, die Mauern errichten. Diejenigen, die Mauern errichten, säen Angst und versuchen, die Menschen zu spalten und einzuschüchtern. Ihr aber wollt Brückenbauer sein. Was wollt ihr sein? [Die Jugendlichen antworten: „Brückenbauer!“]. Ihr habt gut aufgepasst, das freut mich!

Ihr zeigt uns, dass Begegnung nicht bedeutet, dass man sich verstellt, und auch nicht, dass man dasselbe denkt oder den gleichen Lebensstil pflegt, indem man dieselben Dinge tut und nachmacht: Das machen die Papageien. Sich begegnen heißt sich anders zu verhalten wissen, in eine Kultur des Miteinanders eintreten. Es ist ein Aufruf und eine Einladung, mit Mut einen gemeinsamen Traum miteinander lebendig zu halten. Wir haben viele Unterschiede und sprechen verschiedene Sprachen. Wir tragen unterschiedliche Sachen, doch bitte richten wir uns darauf aus, einen gemeinsamen Traum zu haben. Das können wir sicher tun! Und das löst uns nicht auf, es bereichert uns. Ein großer Traum; ein Traum, der in der Lage ist, alle miteinzubeziehen. Es ist der Traum, für den Jesus am Kreuz sein Leben hingegeben hat und für den der Heilige Geist sich ergoss und das Pfingstereignis in die Herzen eines jeden Mannes und einer jeden Frau einbrannte, in jedes Herz, in deines und deines und deines … und in mein Herz – auch in dein Herz hat er es eingebrannt in der Hoffnung, dass er Raum findet, um zu wachsen und sich zu entfalten. Ein Traum, ein Traum namens Jesus, der vom Vater ausgesät wurde: Gott wie dieser, wie der Vater und vom Vater ausgesandt im Vertrauen darauf, dass er in jedem Herzen wachse und lebe. Ein konkreter Traum, der ein Mensch ist, der durch unsere Adern fließt, das Herz bewegt und jedes Mal neu bewegt, wenn wir die Worte hören: »Liebt einander! Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben. Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid« (Joh 13,34-35). Wie heißt unser Traum? [Die Jugendlichen antworten: „Jesus!“]. Ich verstehe nicht … [Sie wiederholen: „Jesus!“]. Ich kann es nicht verstehen … [Sie antworten lauter: „Jesus!“].

Ein Heiliger von hier – hört zu – ein Heiliger dieser Erde sagte gerne: »Das Christentum ist nicht eine Ansammlung von Wahrheiten, die zu glauben sind, und von Geboten und Verboten, die zu beachten sind. Das Christentum ist so verstanden keineswegs attraktiv. Das Christentum ist eine Person, die mich so sehr geliebt hat und die meine Liebe ersehnt und verlangt. Das Christentum ist Christus« (Oscar Romero, Predigt, 6. November 1977). Sagen wir es gemeinsam? [Zusammen mit den Jugendlichen] Das Christentum ist Christus. Noch einmal: Das Christentum ist Christus. Ein weiteres Mal: Es ist Christus! Es besteht darin, den Traum fortzuführen, für den er sein Leben hingegeben hat, es besteht darin, mit derselben Liebe zu lieben, mit der er uns geliebt hat. Er hat uns nicht nur halb geliebt, er hat uns nicht nur ein bisschen geliebt. Er hat uns total geliebt und uns mit Sanftmut und Liebe überschüttet. Er gab sein Leben.

Wir fragen uns: Was hält uns zusammen? Warum sind wir zusammen? Was bringt uns dazu, zusammenzukommen? Wisst ihr, was uns zusammenhält? Es ist die Gewissheit, dass wir zutiefst geliebt sind, und diese Liebe wollen und können wir nicht verschweigen. Sie bringt uns vielmehr dazu, auf die gleiche Weise zu antworten: mit Liebe. Es ist die Liebe Christi, die uns antreibt (vgl. 2 Kor 5,14).

Schaut: Eine Liebe, die vereint, ist eine Liebe, die sich nicht aufdrängt und die nicht erdrückt, sie grenzt nicht aus, sie bringt nicht zum Schweigen und schweigt auch nicht, sie demütigt nicht und unterwirft nicht. Die Liebe des Herrn ist eine alltägliche Liebe, diskret und respektvoll, sie liebt die Freiheit und sie befreit, sie ist eine Liebe, die heilt und erhebt. Die Liebe des Herrn kennt sich eher mit dem Wiederaufstieg als mit dem Fall aus, mehr mit der Versöhnung als mit Verboten, mehr mit dem Gewähren neuer Möglichkeiten als mit der Verdammnis, mehr mit der Zukunft als mit der Vergangenheit. Es ist die stille Liebe einer dienend und hingebungsvoll ausgestreckten Hand. Es ist eine Liebe, die nicht prahlt, die sich nicht aufplustert, eine demütige Liebe, die sich den anderen schenkt, und zwar immer mit der ausgestreckten Hand. Das ist die Liebe, die uns heute vereint.

Ich frage dich: Glaubst du an diese Liebe? [Sie antworten: Ja!]. Ich stelle eine weitere Frage: Glaubst du, dass diese Liebe „sich lohnt“? Jesus hat diese Frage einmal einem Menschen gestellt und dann am Schluss gesagt: „Wenn du das glaubst, geh und mache es ebenso“. Im Namen Jesu sage ich euch: Geht und macht es ebenso. Habt keine Furcht zu lieben, fürchtet euch nicht vor dieser konkreten Liebe, dieser Liebe voll von Zärtlichkeit, dieser Liebe, die Dienst ist, dieser Liebe, die das Leben schenkt.

Und das ist die Frage und der Ruf, die an Maria ergingen. Der Engel fragte sie, ob sie diesen Traum in ihrem Schoß tragen, ob sie ihm Leben schenken, ihm zu einem leibhaftigen Menschen machen wolle. Maria hatte das gleiche Alter wie viele von euch hier, wie viele von euch Mädchen. Sie sprach: »Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast« (Lk 1,38). Schließen wir alle die Augen und denken wir an Maria. Sie war nicht dumm, Sie war sich dessen bewusst, was sie in ihrem Herzen spürte. Sie wusste, was Liebe ist und sie hat geantwortet: »Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast«. In diesem kurzen Augenblick der Stille, in dem Jeus zu jedem sagt – zu dir und zu dir und zu dir … – „Fühlst du dich danach? Willst du?“ Denk an Maria und antworte: „Ich will dem Herrn dienen. Mir geschehe, wie du gesagt hat.“ Maria vermochte „Ja“ zu sagen. Sie hatte den Mut, den Traum Gottes mit Leben zu erfüllen. Willst du den Traum Gottes mit deinen Händen und Füßen, mit deinem Blick und deinem Herzen wirklich werden lassen? Möchtest du, dass die Liebe des Vaters dir neue Horizonte eröffnet und dich auf Pfaden führt, die du dir nie vorgestellt und erdacht hättest, die du dir nie erträumt oder von denen du nie erwartet hättest, dass sie dein Herz so erfreut singen und tanzen ließen?

Haben wir den Mut, wie Maria zum Engel zu sagen: „Siehe, wir sind Knechte und Mägde des Herrn, uns geschehe...“? Antwortet jetzt nicht, jeder antworte in seinem Herzen. Es gibt Fragen, auf die man nur in der Stille antwortet.

Liebe Jugendliche, dieser Weltjugendtag wird nicht zu einer Quelle der Hoffnung durch ein Abschlussdokument, durch eine Übereinkunft oder ein Programm. Nein, das wird es nicht sein. Was mehr Hoffnung gibt bei dieser Begegnung, sind eure Gesichter und ein Gebet. Das wird Hoffnung geben. Mit dem Gesicht, mit dem ihr nach Hause zurückkehrt, mit dem verwandelten Herzen, mit dem ihr nach Hause kommt und mit dem Gebet, was ihr mit diesem verwandelten Herzen gelernt habt. Das, was mehr Hoffnung bei diesem Treffen bringen wird, werden eure Gesichter und euer Gebet sein. Und jeder wird mit dieser neuen Kraft nach Hause zurückkehren, die immer dann entsteht, wenn wir uns mit anderen und mit dem Herrn treffen, erfüllt vom Heiligen Geist, um jenen Traum zu erinnern und am Leben zu erhalten, der uns zu Brüdern und Schwestern macht und den wir – das ist unsere Berufung – im Herzen der Welt nicht erstarren lassen wollen: Egal wo wir sein werden, egal was wir tun werden, immer können wir nach oben schauen und sagen: „Herr, lehre mich so zu lieben, wie du uns geliebt hast.“ Wollen wir das gemeinsam wiederholen? „Herr, lehre mich so zu lieben, wie du uns geliebt hast“. [Zusammen mit den Jugendlichen] „Herr, lehre mich so zu lieben, wie du uns geliebt hast“. Lauter, ihr seid heiser. „Herr, lehre mich so zu lieben, wie du uns geliebt hast“.

Schön. Und da wir gut und wohlerzogen sein wollen, können wir diese erste Zusammenkunft nicht beenden ohne zu danken. Danke allen, die diesen Weltjugendtag mit großer Begeisterung vorbereitet haben, all dies hier. Danke, großartig! Danke, dass ihr den Mut hattet, alles herzurichten und Gäste aufzunehmen, dass ihr „Ja“ gesagt habt zu dem Traum Gottes, seine Söhne und Töchter vereint zu sehen. Danke an Erzbischof Ulloa und alle seine Mitarbeiter, die dazu beigetragen haben, dass Panama heute nicht nur ein Kanal ist, der die Meere verbindet, sondern auch ein Kanal, in dem der Traum Gottes weitere kleine Kanäle findet, um zu wachsen, sich weiter zu verzweigen und in alle Ecken der Erde auszustrahlen.

Liebe Freunde, Freundinnen und Freunde, Jesus segne euch! Das wünsche ich euch von ganzem Herzen. Unsere Liebe Frau von Antigua begleite euch und behüte euch, auf dass wir wie sie ohne Angst sagen können: »Hier bin ich, so soll mir geschehen«.

Danke!

Kreuzweg mit den Jugendlichen

Campo Santa Maria la Antigua – Küstenpromenade (Panama)
Freitag, 25. Januar 2019

Worte des Heiligen Vaters zu Beginn des Kreuzweges

Liebe junge Freunde aus der ganzen Welt!

Mit Jesus zu gehen ist immer eine Gnade und ein Risiko.

Eine Gnade, weil es uns dazu bringt, im Glauben zu leben und Jesus zu erkennen, in sein tiefstes Inneres vorzudringen und die Kraft seines Wortes zu begreifen.

Es ist aber auch ein Risiko, weil die Worte Jesu, seine Gesten und Handlungen der Mentalität der Welt entgegenstehen: der menschlichen Ruhmsucht sowie ihrem Hang zu einer Wegwerfkultur und zur Lieblosigkeit.

Es gibt eine Gewissheit, die diesen Kreuzweg mit Hoffnung erfüllt: Jesus ist diesen Weg mit Liebe gegangen. Und auch die glorreiche Jungfrau hat diesen Weg miterlebt, sie, die von den Anfängen der Kirche an mit ihrer Zärtlichkeit den Weg der Verkündigung des Evangeliums unterstützen wollte.


GEBET VON PAPST FRANZISKUS

Herr, Vater der Barmherzigkeit, an dieser Cinta Costera haben wir zusammen mit vielen Jugendlichen aus der ganzen Welt deinen Sohn auf dem Kreuzweg begleitet; dem Weg, den er für uns gehen wollte, um uns zu zeigen, wie sehr du uns liebst und wie sehr du an unserem Leben Anteil nimmst.

Der Weg Jesu nach Golgota ist ein Weg des Leidens und der Einsamkeit, den er in unseren Tagen fortsetzt. Er geht und leidet in vielen Gesichtern aufgrund der selbstgenügsamen und betäubenden Gleichgültigkeit unserer Gesellschaft, einer Gesellschaft, die konsumiert und sich verbraucht, die am Leiden ihrer Geschwister vorbeigeht und so sich selbst ignoriert.

Auch wir, deine Freunde, Herr, lassen uns von der Apathie und der Unbeweglichkeit ergreifen. Nicht selten hat der Konformismus uns besiegt und gelähmt. Es war schwierig, dich im leidenden Bruder oder in der leidenden Schwester zu erkennen: Wir haben den Blick abgewendet, um nicht zu sehen; wir haben im Lärm Zuflucht genommen, um nicht zu hören; wir haben den Mund verschlossen, um nicht zu schreien.

Immer dieselbe Versuchung. Es ist einfacher und „lohnender“, in Zeiten von Sieg und Ruhm, Erfolg und Applaus Freunde zu sein; es ist einfacher, dem nahe zu sein, der als beliebt und siegreich gilt.

Wie einfach ist es, der Kultur des Mobbings, der Belästigung, der Einschüchterung, der Wut gegenüber dem Schwachen zu verfallen!

Bei dir ist es nicht so, Herr: Am Kreuz hast du dich mit jedem Leiden identifiziert, mit all denen, die sich vergessen fühlen.

Bei dir ist es nicht so, Herr, weil du all diejenigen umarmen wolltest, die wir oftmals einer Umarmung, eines Streichelns, eines Segens für unwürdig halten; oder noch schlimmer: Wir nehmen nicht einmal wahr, dass sie dessen bedürfen, wir beachten sie nicht.

Bei dir ist es nicht so, Herr: Am Kreuz vereinst du dich mit dem Kreuzweg jedes jungen Menschen, in jeder Situation, um ihn in einen Weg der Auferstehung zu verwandeln.

Vater, der Kreuzweg deines Sohnes geht heute weiter:

er geht weiter im erstickten Schrei der Kinder, denen es verwehrt ist, geboren zu werden, und so vieler anderer, denen das Recht auf eine Kindheit, eine Familie und Bildung verweigert wird; bei den Kindern, die nicht spielen, singen, träumen können …;

er geht weiter bei den misshandelten, ausgebeuteten und verlassenen Frauen, die in ihrer Würde entblößt und missachtet werden;

und in den traurigen Augen der jungen Menschen, die sehen, wie ihnen aufgrund von Mangel an Bildung und würdiger Arbeit ihre Hoffnungen auf die Zukunft entrissen werden;

er geht weiter in der Angst der jungen Gesichter, unserer Freunde, die in die Netze skrupelloser Menschen geraten – unter ihnen finden sich auch Personen, die sagen, dass sie dir dienen, Herr –, in die Netze der Ausbeutung, der Kriminalität und des Missbrauchs, die sich vom Leben der jungen Menschen nähren.

Der Kreuzweg deines Sohnes geht weiter bei vielen jungen Menschen und Familien, die aufgrund von Drogen, Alkohol, Prostitution und Menschenhandel in einer Spirale des Todes gefangen sind und so nicht nur der Zukunft, sondern auch der Gegenwart beraubt werden. Und so wie deine Kleider zerteilt wurden, Herr, wird ihre Würde zerteilt und misshandelt.

Der Kreuzweg deines Sohnes geht weiter bei den jungen Menschen mit finsteren Gesichtern, die die Fähigkeit, von der Zukunft zu träumen, sie zu schaffen und zu erfinden, verloren haben und mit dem Kummer der Resignation und des Konformismus „in Ruhestand gehen“, eine der Drogen, die in unserer Zeit am meisten konsumiert wird.

Er geht weiter im verborgenen und empörenden Schmerz derer, die statt Solidarität seitens einer Überflussgesellschaft Ablehnung, Schmerz und Elend antreffen und darüber hinaus als Bringer und Verantwortliche jedes sozialen Übels bezeichnet und behandelt werden.

Der Leidensweg deines Sohnes geht weiter in der resignierten Einsamkeit der alten Menschen, die von uns verlassen und ausgesondert wurden.

Er geht weiter bei den indigenen Völkern, die ihres Bodens, ihrer Wurzeln und ihrer Kultur beraubt werden und deren Weisheit, die sie besitzen und uns anbieten können, zum Schweigen und Erlöschen gebracht wird.

Vater, der Kreuzweg deines Sohnes geht weiter im Schrei unserer Mutter Erde, die in ihrem Innersten durch die Luftverschmutzung, durch die Unfruchtbarkeit ihrer Felder, durch die Verseuchung ihres Wassers verletzt ist und durch die Verachtung und den wahnsinnigen Konsum über jegliches Maß der Vernunft hinaus mit Füßen getreten wird.

Er geht weiter in einer Gesellschaft, die die Fähigkeit verloren hat, zu weinen und sich vom Leiden anrühren zu lassen.

Ja, Vater, mit all diesen Personen geht Jesus weiter, nimmt er weiter die Last auf sich und leidet, während die Welt gleichgültig und in bequemem Zynismus das Drama ihrer Leichtfertigkeit konsumiert.

Und wir, Herr, was tun wir?

Wie reagieren wir gegenüber Jesus, der in so vielen unserer Freunde, so vielen Unbekannten, die zu übersehen wir gelernt haben, leidet, geht, auswandert?

Und wir, Vater der Barmherzigkeit, trösten und begleiten wir den wehrlosen und leidenden Herrn in den Kleinsten und am meisten Verlassenen?

Helfen wir ihm, die Last des Kreuzes zu tragen wie Simon von Kyrene, indem wir Frieden stiften, Bündnisse schaffen, Geschwisterlichkeit fördern?

Haben wir den Mut, unter dem Kreuz zu bleiben wie Maria?

Betrachten wir Maria, die starke Frau. Von ihr wollen wir lernen, beim Kreuz zu stehen. Mit ihrer gleichen Entschiedenheit und ihrem Mut ohne Ausflüchte oder Illusionen. Sie wusste den Schmerz ihres Sohnes, deines Sohnes, o Vater, zu begleiten; ihn mit dem Blick zu unterstützen und mit dem Herzen zu umhüllen. Ein Schmerz, den sie erlitt, der sie aber nicht gebeugt hat. Sie war die starke Frau des Ja, die unterstützt und begleitet, Schutz gibt und umarmt. Sie ist die große Hüterin der Hoffnung.

Auch wir, Vater, wollen eine Kirche sein, die unterstützt und begleitet, die angesichts des Lebens und der Kreuze so vieler „Christusse“, die an unserer Seite gehen, sagen kann: Hier bin ich!

Von Maria lernen wir, Ja zu sagen zum starken und beständigen Widerstand so vieler Mütter, Väter, Großeltern, die nicht aufhören, ihre Kinder und Enkel zu unterstützen und zu begleiten, wenn sie in Not sind.

Von ihr lernen wir, Ja zu sagen zur beharrlichen Geduld und zur Kreativität derer, die in den Situationen, in denen alles verloren scheint, nicht den Mut verlieren und wieder von vorne anfangen, indem sie versuchen, Räume, familiäre Umfelder und Zentren der Fürsorge zu schaffen, die wie eine ausgestreckte Hand in den Schwierigkeiten sind.

Von Maria lernen wir die Stärke, Ja zu sagen zu denen, die nicht geschwiegen haben und nicht schweigen angesichts einer Kultur der Misshandlung und des Missbrauchs, des Gesichtsverlusts und der Aggression und die sich darum bemühen, Möglichkeiten und Bedingungen der Sicherheit und des Schutzes zu schaffen.

Von Maria lernen wir, all diejenigen aufzunehmen und zu beherbergen, die das Leid erfahren haben, verlassen zu werden, die ihr Land, ihre Wurzeln, ihre Familie, ihre Arbeit aufgeben oder verlieren mussten.

Vater, wie Maria wollen wir Kirche sein, die Kirche, die eine Kultur fördert, die fähig ist, aufzunehmen, zu beschützen, zu fördern und zu integrieren; die nicht brandmarkt und noch weniger mit der überaus abwegigen und unverantwortlichen Verurteilung verallgemeinert, jeden Migranten mit dem Überbringer von sozialem Übel zu identifizieren.

Von ihr wollen wir lernen, beim Kreuz zu stehen, aber nicht mit einem gepanzerten und verschlossenen Herzen, sondern mit einem Herzen, das zu begleiten vermag, das die Zärtlichkeit und die Hingabe kennt; das fähig ist, sich zu erbarmen und mit Achtung, Feingefühl und Verständnis zu handeln. Wir wollen eine Kirche des Gedächtnisses sein, die die alten Menschen achtet und schätzt und für sie den Raum einfordert, der ihnen als Hüter unserer Wurzeln gehört.

Vater, wie Maria wollen wir lernen stehen zu bleiben.

Lehre uns, Herr, am Fuß des Kreuzes stehen zu bleiben, am Fuß der Kreuze; öffne an diesem Abend unsere Augen, unser Herz; befreie uns von den Lähmungen und der Verwirrung, von der Angst und der Verzweiflung. Vater, lehre uns zu sagen: Ich bin hier zusammen mit deinem Sohn, zusammen mit Maria und so vielen geliebten Jüngern, die dein Reich im Herzen aufzunehmen wünschen. Amen.


Worte des Heiligen Vaters nach dem Kreuzweg

Und nachdem wir zusammen mit Maria unter dem Kreuz das Leiden des Herrn erlebt haben, gehen wir mit stillem Herzen und in Frieden, voll Freude und großer Bereitschaft, Jesus zu folgen. Jesus begleite euch und die Jungfrau Maria beschütze euch. Auf Wiedersehen!

Vigil mit den Jugendlichen

Campo San Juan Pablo II – Metro Park (Panama)
Samstag, 26. Januar 2019

Liebe junge Freunde, guten Abend!

Wir haben gerade diese schöne Darbietung zum Baum des Lebens gesehen, die uns zeigt, wie das Leben, das Jesus uns schenkt, eine Geschichte der Liebe ist, eine Geschichte des Lebens, die sich mit unserer eigenen Geschichte vermischen und im Erdreich eines jeden Wurzeln schlagen will. Jenes Leben ist weder ein Rettungsprogramm, das „in der Cloud“ hängt und darauf wartet, heruntergeladen zu werden, noch ist es eine neue „App“, die man entdecken müsste, oder eine mentale Übung im Sinne einer Technik zum persönlichen Wachstum. Das Leben, das Gott uns anbietet, ist auch kein Tutorial, mit dem man etwas über die letzten Neuheiten erfahren kann. Die Rettung, die Gott uns schenkt, ist eine Einladung zur Teilnahme an einer Liebesgeschichte, die sich mit unseren Geschichten verknüpft; sie lebt fort und will mitten unter uns geboren werden, damit wir dort, wo wir sind, wie wir sind und mit wem wir sind, fruchtbringen können. Dorthin kommt der Herr, um zu pflanzen und sich selbst einzupflanzen; er ist der Erste, der „Ja“ zu unserem Leben sagt, er ist immer der Erste. Er ist der Erste, der „Ja“ zu unserer Geschichte sagt, und er wünscht, dass auch wir zusammen mit ihm „Ja“ sagen. Er geht uns immer voraus, er ist der Erste.

Und so überraschte er Maria und lud sie ein, Teil dieser Liebesgeschichte zu sein. Die junge Frau aus Nazareth tauchte zweifellos nicht in den „sozialen Netzwerken“ der damaligen Zeit auf, sie war keine Influencerin, aber ohne es zu wollen oder danach zu streben, wurde sie die Frau mit dem größten Einfluss aller Zeiten.

Und wir können von ihr mit kindlichen Vertrauen sagen: Maria, die „Influencerin“ Gottes. Mit wenigen Worten hatte sie den Mut, „Ja“ zu sagen und auf die Liebe, auf die Verheißungen Gottes zu vertrauen, die einzige Kraft, die in der Lage ist, alles zu erneuern, neu zu machen. Und wir alle haben heute etwas, das in unserem Inneren neu gemacht werden muss. Wir müssen heute zulassen, dass Gott etwas in unserem Herzen neu macht. Denken wir ein wenig darüber nach: Was will ich, dass Gott es in meinem Herzen neu macht?

Noch immer beeindruckt die Kraft des „Ja“ der jungen Maria. Die Kraft jenes „Mir geschehe“, das sie zu dem Engel sagte. Dies war keine passive oder resignierte Einwilligung. Es war etwas Anderes als ein „Ja“, im Sinne eines „Gut, schauen wir mal, was passiert“. Maria kannte diesen Ausdruck nicht: „Schauen wir mal, was passiert.“ Sie war entschlossen, sie hat verstanden, worum es ging, und sagte „Ja“, ohne Umschweife. Es war mehr, es war etwas Anderes. Es war das „Ja“ eines Menschen, der sich einbringen und Risiken eingehen will und alles auf eine Karte setzen will, mit keiner anderen Garantie als der Gewissheit, Trägerin einer Verheißung zu sein. Und ich frage einen jeden von euch: Fühlt ihr euch als Träger einer Verheißung? Welche Verheißung trage ich im Herzen, für die ich mich einsetzen muss? Maria würde zweifelsohne eine schwierige Mission haben, aber die Schwierigkeiten waren kein Grund, „Nein“ zu sagen. Es war klar, dass es Komplikationen geben würde, aber es wären nicht dieselben Komplikationen gewesen, die auftreten, wenn die Feigheit uns lähmt, weil wir nicht im Voraus schon alles geklärt oder abgesichert haben. Maria hat keine Lebensversicherung abgeschlossen! Maria ging das Risiko ein und deswegen war sie stark, deswegen ist sie eine Influencerin, ist sie die Influencerin Gottes! Das „Ja“ und der Wunsch zu dienen waren stärker als die Zweifel und Schwierigkeiten.

Heute Abend hören wir auch, wie das „Ja“ Mariens von Generation zu Generation widerhallt und sich vervielfältigt. Viele junge Menschen, die dem Beispiel Mariens folgen, riskieren etwas und setzen auf etwas, weil sie einer Verheißung folgen. Danke, Erika und Rogelio, für das Zeugnis, das ihr uns gegeben habt. Diese beiden waren mutig! Sie verdienen einen Applaus. Danke! Ihr habt uns von euren Ängsten, von den Schwierigkeiten, von all den Risiken erzählt, die ihr vor der Geburt von Ines erlebt habt. An einem gewissen Punkt habt ihr gesagt: „Es verlangt uns Eltern aus verschiedenen Gründen viel ab, ein Kind anzunehmen, das krank oder behindert auf die Welt kommen wird“, das ist klar, das ist verständlich. Aber das Erstaunliche war, als ihr hinzugefügt habt: „Als unsere Tochter geboren wurde, haben wir beschlossen, sie von ganzem Herzen zu lieben“. Vor ihrer Geburt und angesichts all der schlechten Nachrichten und Schwierigkeiten, die auftauchten, habt ihr eine Entscheidung getroffen und wie Maria gesagt: „Uns geschehe …“ Ihr habt beschlossen, sie zu lieben. Angesichts des schwachen, hilflosen und bedürftigen Lebens eurer Tochter war eure Antwort – Erika und Rogelio –: „Ja“, und so haben wir Ines. Ihr hattet den Mut, daran zu glauben, dass die Welt nicht nur für die Starken ist! Danke!

„Ja“ zu sagen zum Herrn bedeutet, den Mut zu haben, das Leben, wie es kommt, mit all seiner Zerbrechlichkeit und Begrenztheit und oft sogar mit all seinen Widersprüchen und Sinnlosigkeiten, mit der gleichen Liebe anzunehmen, mit der Erika und Rogelio zu uns gesprochen haben. Das Leben so annehmen, wie es kommt. Dies bedeutet, unser Land, unsere Familien, unsere Freunde so anzunehmen, wie sie sind, auch mit ihren Schwächen und ihrer Begrenztheit. Das Leben annehmen kann auch bedeuten, all das willkommen zu heißen, was nicht vollkommen ist, was nicht rein oder gefiltert, aber deswegen nicht weniger liebenswert ist. Ist jemand, nur, weil er behindert oder fragil ist, nicht der Liebe würdig? Ich frage euch: Ist ein Behinderter, ein Mensch mit Behinderung, ein fragiler Mensch der Liebe würdig? [Antwort: „Ja!“] Ich höre es nicht gut [lauter: „Ja!“] Ihr habt verstanden. Eine andere Frage, schauen wir, wie ihr antwortet. Ist jemand, nur, weil er ein Fremder ist, weil er Fehler gemacht hat, weil er krank ist oder weil er in einem Gefängnis sitzt, der Liebe würdig? [Antwort: „Ja!“] Und so handelte Jesus: Er nahm sich des Aussätzigen, des Blinden und des Lahmen, des Pharisäers und des Sünders liebevoll an. Er nahm den Verbrecher am Kreuz an und sogar diejenigen, die ihn ans Kreuz lieferten, und verzieh ihnen.

Warum? Weil nur das, was man liebt, gerettet werden kann. Du kannst keine Person retten, keine Situation retten, wenn du sie nicht liebst. Nur das, was man liebt, kann gerettet werden. Wiederholen wir das? [gemeinsam:] Nur was man liebt, kann gerettet werden. Noch einmal! [Die Jugendlichen: „Nur was man liebt, kann gerettet werden.“] Vergesst das nicht. Darum hat Jesus uns gerettet: Weil er uns liebt und nicht anders kann. Wir können ihm was auch immer antun, er jedoch liebt uns und rettet uns. Denn nur was man liebt, kann gerettet werden. Nur was man annimmt, kann verwandelt werden. Die Liebe des Herrn ist größer als all unsere Widersprüche, als all unsere Schwächen und als all unsere Begrenztheiten. Aber gerade mithilfe unserer Widersprüche, Schwächen und Begrenztheiten will er diese Liebesgeschichte schreiben. Er hat den verlorenen Sohn angenommen, er hat Petrus nach seiner Verleugnung angenommen; er nimmt auch uns immer, immer, immer an, wenn wir gefallen sind und hilft uns, aufzustehen und wieder auf die Beine zu kommen. Denn der wirkliche Fall – Achtung! –, der wirkliche Fall, der unser Leben zerstören kann, besteht darin, am Boden liegen zu bleiben und sich nicht helfen zu lassen. Es gibt ein sehr schönes Berglied, das beim Hinaufgehen auf den Berg gesungen wird: „Das ist die Kunst des Aufstiegs: Der Sieg besteht nicht darin, nicht zu stürzen, sondern nicht liegen zu bleiben.“ Nicht liegen bleiben! Die Hand ausstrecken, damit sie dich hochziehen. Nicht liegen bleiben.

Der erste Schritt besteht darin, keine Angst davor zu haben, das Leben so zu nehmen, wie es kommt, nicht Angst davor zu haben, das Leben anzunehmen, wie es ist. Das ist der Baum des Lebens, den wir heute [während der Gebetsvigil] gesehen haben.

Danke, Alfredo, für dein Zeugnis und den Mut, es mit uns allen zu teilen. Ich war sehr beeindruckt, als du gesagt hast: „Ich begann im Bauwesen zu arbeiten, bis das Projekt beendet war. Ohne Arbeitsplatz sahen die Dinge anders aus: ohne Schule, ohne Beschäftigung und ohne Arbeit“. Ich fasse in einem vierfachen „Ohne“ die Faktoren zusammen, die unser Leben entwurzeln und austrocknen: ohne Arbeit, ohne Bildung, ohne Gemeinschaft, ohne Familie. Beziehungsweise ein Leben ohne Wurzeln. Ohne Arbeit, ohne Bildung, ohne Gemeinschaft und ohne Familie: diese vier „Ohne“ töten.

Es ist unmöglich, dass jemand wächst, wenn er keine starken Wurzeln hat, die helfen, gut und fest mit beiden Beinen auf dem Boden zu stehen. Es ist leicht, sich zu verlieren, wenn man keinen Ort hat, wo man feststehen, Halt finden kann. Das ist eine Frage, die wir Erwachsenen uns stellen müssen, die wir hier sind. Ja, eigentlich ist es eine Frage, die ihr uns stellen müsstet, ihr junge Menschen müsstet sie uns Erwachsenen stellen, und wir werden euch darauf antworten müssen: Welche Wurzeln geben wir euch? Welche Grundlagen, auf denen ihr euer Menschsein aufbauen könnt? Es ist eine Frage an uns Erwachsene. Wie leicht ist es, junge Menschen zu kritisieren und die ganze Zeit herumzunörgeln, wenn wir ihnen Arbeits- und Bildungsmöglichkeiten sowie Gemeinschaftserfahrungen vorenthalten, die Halt geben und Zukunftsträume wecken! Ohne Bildung ist es schwierig, von der Zukunft zu träumen; ohne Arbeit ist es sehr schwierig, von der Zukunft zu träumen; ohne Familie und ohne Gemeinschaft ist es schier unmöglich, von der Zukunft zu träumen. Denn von der Zukunft zu träumen bedeutet, nicht nur eine Antwort auf die Frage „Warum lebe ich?“ zu finden, sondern auch auf die Frage „Für wen lebe ich?“, für wen lohnt es sich zu leben. Und das müssen wir Erwachsene fördern, indem wir euch Arbeit, Bildung, Gemeinschaft und Chancen geben.

Es ist, wie Alfredo sagte: wenn einer in der Luft hängt und ohne Arbeit, Bildung, Gemeinschaft oder Familie dasteht, fühlt er sich am Ende des Tages leer und füllt diese Lücke schließlich mit allem Möglichen aus, mit etwas Schlechtem. Denn mit der Zeit weiß man dann nicht mehr, für wen man leben, kämpfen und lieben soll. Ich frage die Erwachsenen hier und die, die uns zuschauen: Was tust du für die Zukunft, für die Lust auf Zukunft dieser jungen Menschen von heute? Bist du fähig, dafür zu kämpfen, dass sie Möglichkeiten zur Bildung haben, dass sie Arbeit finden, dass sie Familie haben, dass sie Gemeinschaft haben? Jeder von uns Erwachsenen antworte im eigenen Herzen.

Ich erinnere mich an ein Gespräch mit einigen Jugendlichen, wo einer von ihnen mich fragte: „Warum fragen sich heute so wenige junge Menschen, ob es Gott gibt oder warum fällt es ihnen so schwer, an ihn zu glauben und sich im Leben für etwas einzusetzen?“ Ich antwortete: „Und ihr, was denkt ihr?“ Unter den Antworten, die aus dem Gespräch heraus entstanden, erinnere ich mich an eine, die mein Herz berührte und die mit der Erfahrung zusammenhängt, von der Alfredo sprach: „Padre, weil viele von ihnen das Gefühl haben, dass sie nach und nach für die anderen aufgehört haben zu existieren, oft fühlen sie sich wie unsichtbar“. Viele junge Menschen haben das Gefühl, dass sie für die anderen aufgehört haben zu existieren: für die Familie, für die Gesellschaft, für die Gemeinschaft …, und so fühlen sie sich oft unsichtbar. Das ist die Kultur der Verlassenheit und mangelnder Achtsamkeit. Ich sage nicht alle, aber viele haben das Gefühl, dass sie nicht viel oder nichts zu geben haben, weil sie keinen realen Ort haben, wo sie erleben, dass sie gefragt sind. Wie sollen sie da denken, dass Gott existiert, wenn sie selbst, diese jungen Menschen, für ihre Brüder und Schwestern und für die Gesellschaft schon längst nicht mehr existieren? So bringen wir sie dazu, nicht an die Zukunft zu denken und zu Opfern von Drogen oder anderen zerstörerischen Dingen zu werden. Wir können uns fragen: Wie gehe ich mit den Jugendlichen um, die ich sehe? Kritisiere ich sie oder interessieren sie mich nicht? Helfe ich ihnen oder interessieren sie mich nicht? Stimmt es, dass sie für mich schon lange aufgehört haben zu existieren?

Wir wissen genau, dass es nicht ausreicht, den ganzen Tag online zu sein, um sich anerkannt und geliebt zu fühlen. Beachtung zu erfahren und zu etwas eingeladen zu sein, ist mehr wert als „im Netz“ zu sein. Es bedeutet, Orte zu finden, in denen ihr euch mit euren Händen, eurem Herzen und eurem Kopf als Teil einer größeren Gemeinschaft fühlen könnt, die euch braucht und die auch ihr Jugendliche braucht.

Dies haben die Heiligen gut verstanden. Ich denke zum Beispiel an Don Bosco [Applaus], der nicht sonst wohin gegangen ist, um die Jugendlichen an einem fernen oder speziellen Ort zu suchen – Man sieht, dass welche da sind, die Don Bosco gerne haben, ein Applaus! Don Bosco zog nicht los, um die jungen Menschen an einem fernen oder speziellen Ort zu suchen; er lernte einfach nur, alles, was in der Stadt geschah, zu sehen, mit den Augen Gottes anzuschauen, und so kam er zu den Hunderten von verlassenen Kindern und Jugendlichen ohne Schule, ohne Arbeit und ohne die freundliche Hand einer Gemeinschaft. Viele Menschen lebten in derselben Stadt, und viele kritisierten diese jungen Menschen, aber sie waren nicht fähig, sie mit den Augen Gottes betrachten. Die Jugendlichen muss man mit den Augen Gottes anschauen. Er tat dies, Don Bosco, er wusste, wie man den ersten Schritt macht: das Leben so anzunehmen, wie es einem begegnet; und von daher hatte er keine Angst, den zweiten Schritt zu tun: mit ihnen eine Gemeinschaft zu gründen, eine Familie, in der sie sich bei Arbeit und Studium geliebt fühlen konnten. Ihnen Wurzeln geben, mit denen sie Halt finden, damit sie den Himmel erreichen können; damit sie jemand sind in der Gesellschaft. Ihnen Wurzeln geben, mit denen sie Halt finden, damit nicht der erste Windstoß sie umwirft. Dies hat Don Bosco getan, dies haben die Heiligen getan, das tun die Gemeinschaften, die es verstehen, die jungen Menschen mit den Augen Gottes zu sehen. Wollt ihr Erwachsenen die Jugendlichen mit den Augen Gottes sehen?

Ich denke an viele Orte in unserem Lateinamerika, wo Einrichtungen gefördert werden, die Große Familie - Haus Christi [Familia grande hogar de Cristo] heißen, und die im gleichen Geist wie andere ähnliche Zentren versuchen, das Leben so anzunehmen, wie es in seiner Gesamtheit und Komplexität vorkommt, weil sie wissen, dass »für den Baum noch Hoffnung besteht: Ist er gefällt, so treibt er wieder, sein Sprössling bleibt nicht aus« (vgl. Ijob 14,7).

Und immer kann man „neu austreiben und sprießen“, immer kann man neu beginnen, wenn es eine Gemeinschaft gibt, die Nestwärme eines Hauses, wo man Wurzeln schlagen kann, wo das notwendige Vertrauen besteht und das Herz darauf vorbereitet wird, einen neuen Horizont zu entdecken: den Horizont eines Sohnes und einer Tochter, die erfahren, dass sie geliebt, gesucht und gefunden sind, dass sie für eine Mission bestimmt sind. Der Herr macht sich durch konkrete Gesichter gegenwärtig. Zu dieser Liebesgeschichte wie Maria „Ja“ zu sagen bedeutet auch zu bejahen, dass wir Werkzeuge sind, um in unserer Umgebung kirchliche Gemeinschaften aufzubauen, die in der Lage sind, durch die Straßen der Stadt zu ziehen, die Anderen anzunehmen und neue Beziehungen zu knüpfen. Ein „Influencer“ des 21. Jahrhunderts zu sein bedeutet, ein Hüter unserer Wurzeln zu sein, Hüter all dessen, was verhindert, dass unser Leben „gasförmig“ wird, dass unser Leben im Nichts verdunstet. Ihr Erwachsenen, seid Hüter all dessen, was es uns erlaubt, uns als Teil voneinander zu fühlen, Hüter all dessen, was uns erfahren lässt, dass wir zueinander gehören.

So hat Nirmeen das auf dem Weltjugendtag in Krakau erlebt. Sie begegnete einer lebendigen, freudigen Gemeinschaft, die auf sie zuging, ihr ein Gefühl der Zugehörigkeit und damit auch der Identität gab und ihr erlaubte, die Freude zu leben, die die Begegnung mit Jesus vermittelt. Nirmeen mied Jesus, sie hat ihn gemieden, hielt ihn auf Distanz, bis jemand sie dazu brachte, Wurzeln zu schlagen, und ihr eine Zugehörigkeit gab, und diese Gemeinschaft gab ihr den Mut, diesen Weg zu beginnen, von dem sie uns erzählt hat.

Ein lateinamerikanischer Heiliger fragte sich einmal: »Dient der Fortschritt der Gesellschaft einzig dazu, dass man sich das neueste Automodell oder die neueste auf dem Markt befindliche Technologie erwerben kann? Besteht darin die ganze Größe des Menschen? Gibt es nichts Größeres, als dafür zu leben?« (Alberto Hurtado, Meditación de Semana Santa para jóvenes, 1946). Ich frage euch, euch Jugendliche: Wollt ihr diese Art von Größe? Oder nicht? Seid ihr unsicher … Hier hört man nicht gut, was ist los? ... [„Nein!“] Größe besteht nicht darin, das neueste Automodell zu besitzen oder die neueste Technologie zu erwerben. Ihr seid für etwas Größeres geschaffen! Maria hat das verstanden und so sagte sie: „Mir geschehe!“ Erika und Rogelio haben das verstanden und sagten: „Uns geschehe!“ Alfredo hat das verstanden und sagte: „Mir geschehe!“ Nirmeen hat das verstanden und sagte: „Mir geschehe!“ Wir haben sie hier gehört. Liebe Freunde, ich frage euch: Seid ihr bereit, „ja“ zu sagen? [„Ja!“] Jetzt antwortet ihr, so gefällt es mir besser! Das Evangelium lehrt uns, dass die Welt nicht besser wäre, wenn es weniger kranke Menschen, weniger schwache Menschen, weniger gebrechliche oder ältere Menschen gäbe, um die man sich kümmern muss, oder wenn es weniger Sünder gäbe, nein, sie wäre nicht besser deshalb. Die Welt wird erst dann besser, wenn es mehr Menschen gibt, welche wie diese Freunde, die zu uns gesprochen haben, die Bereitschaft und den Mut aufbringen, mit der Zukunft schwanger zu gehen und an die verwandelnde Kraft der Liebe Gottes zu glauben. Euch, junge Leute, frage ich: Wollt ihr „Influencer“ nach der Art Marias sein? [„Ja!“] Sie hatte den Mut, „Mir geschehe“ zu sagen. Nur die Liebe macht uns menschlicher, nicht die Streitereien, nicht allein das Studium: nur die Liebe macht uns menschlicher und erfüllter, alles andere sind wohlschmeckende, aber leere Placebos.

Bald werden wir Jesus begegnen, Jesus, der in der Eucharistie fortlebt. Ihr werdet ihm sicher vieles zu sagen und viel von den verschiedenen Situationen eures Lebens, eurer Familien und eurer Länder zu erzählen haben.

Wenn ihr so von Angesicht zu Angesicht vor Jesus steht, dann habt Mut und keine Angst, ihm euer Herz zu öffnen, damit er das Feuer seiner Liebe in euch erneuere, damit er euch ermutige, das Leben mit all seiner Schwäche, mit all seiner Begrenztheit, aber auch mit all seiner Größe und Schönheit anzunehmen. Jesus helfe euch zu entdecken, wie schön es ist, lebendig und wach zu sein. Lebendig und wach.

Scheut euch nicht, Jesus zu sagen, dass auch ihr an seiner Liebesgeschichte in der Welt teilnehmen wollt, dass ihr „mehr“ wollt!

Liebe Freunde, ich bitte euch, seid so gut, betet in diesem persönlichen Gespräch mit Jesus auch für mich, damit auch ich keine Angst habe, das Leben anzunehmen, dass auch ich in der Lage bin, die Wurzeln zu bewahren, und wie Maria sage: „Mir geschehe, wie du es gesagt hast!“.

Begegnung mit den ehrenamtlichen Helfern des Weltjugendtags

Stadion Rommel Fernández (Panama)
Sonntag, 27. Januar 2019

Liebe ehrenamtliche Helfer,

bevor wir diesen Weltjugendtag beschließen, wollte ich mich mit euch allen treffen, um jedem von euch für den Dienst zu danken, den ihr in diesen Tagen und während der letzten Monate vor dem Weltjugendtag geleistet habt.

Ich danke Bartosz, Stella Maris del Carmen und Maria Margarida dafür, dass sie uns ihre Erfahrungen in erster Person mitgeteilt haben. Für mich war es sehr wichtig, euch zuzuhören und mir der Gemeinschaft bewusst zu werden, die entsteht, wenn wir uns verbinden, um einander zu dienen! Wir erfahren, wie der Glaube einen völlig neuen Geschmack und neue Kraft erhält: Der Glaube wird lebendiger, dynamischer und realer. Man erfährt eine Freude – wir sehen sie hier –, eine andere Freude, die sich aus der Gelegenheit ergibt, Seite an Seite mit den anderen zu arbeiten, um einen gemeinsamen Traum zu erreichen. Ich weiß, dass ihr alle das erfahren habt.

Ihr wisst jetzt, wie einem das Herz klopft, wenn man eine Mission lebt, und dies nicht, weil jemand es euch erzählt hat, sondern weil ihr es erlebt habt. Ihr habt hautnah erfahren, was es heißt: »Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt« (Joh 15,13).

Ihr habt auch schwierige Augenblicke durchleben müssen, die euch verschiedene Opfer abverlangt haben. Wie du uns sagtest, Bartosz, man erfährt auch seine eigenen Schwächen. Das Schöne ist, dass diese Schwächen dich in deinem Einsatz nicht gestoppt haben und auch nicht zur zentralsten oder wichtigsten Sache geworden sind. Du hast sie im Dienst erfahren, ja; als du versuchtest, die anderen ehrenamtlichen Helfer und die Pilger zu verstehen und ihnen zu dienen, gewiss; doch du hattest den Mut, dich nicht davon bremsen zu lassen, dich nicht lähmen zu lassen und bist weitergegangen. Unsere Grenzen, unsere Schwächen sollen uns nicht lähmen! Weitermachen, mit unseren Fehlern – an denen wir später arbeiten –, mit unseren Schwächen … weitermachen; und so ist die Schönheit, darum zu wissen, dass wir gesandt sind, die Freude, darum zu wissen, dass wir über allen Schwierigkeiten eine Mission haben, die wir voranbringen müssen. Lasst nicht zu, dass die Grenzen, die Schwächen und auch nicht die Sünden uns bremsen und hindern, die Mission zu leben. Denn Gott uns ruft, das zu tun, was wir können, und um das zu bitten, was wir nicht können. Zugleich wissen wir, dass seine Liebe uns nach und nach ergreift und verwandelt (vgl. Apostolisches Schreiben Gaudete et exsultate, 49-50). Erschreckt nicht, wenn ihr eure Schwächen seht; erschreckt auch nicht, wenn ihr eure Sünden seht: Steht wieder auf und geht weiter, immer weiter! Bleibt nicht am Boden liegen, verschließt euch nicht, macht weiter mit dem, was euch belastet, macht weiter, denn Gott vergibt alles! Lernen wir von den vielen, die wie Bartosz den Dienst und die Mission an die erste Stelle gesetzt haben, und du wirst sehen, dass das Übrige hinzukommen wird.

Danke euch allen, dass ihr in diesen Tagen selbst für die kleinsten, die alltäglichsten und scheinbar unbedeutendsten Details aufmerksam gewesen und zur Verfügung gestanden seid – wie das Anbieten eines Glases Wasser – und gleichermaßen die großen Dinge begleitet habt, die viel Planung verlangt haben. Ihr habt jede Einzelheit mit Freude, Kreativität und Einsatz und mit viel Gebet vorbereitet. Denn die Dinge, über die gebetet wurde, spürt und lebt man in der Tiefe. Das Gebet gibt all dem, was wir tun, Stärke und Lebendigkeit. Wenn wir beten, entdecken wir, Teil einer Familie zu sein, die größer ist, als wir sehen und uns vorstellen können. Wenn wir beten, bringen wir die Kirche „ins Spiel“, die uns unterstützt und uns vom Himmel begleitet, und die Heiligen, die uns den Weg vorgezeichnet haben, vor allem aber bringen wir, wenn wir beten, Gott „ins Spiel“, damit er wirken und dabei sein und siegen kann.

Ihr habt eure Zeit, eure Energie, eure Fähigkeiten zur Verfügung gestellt, um von diesem Treffen zu träumen und es zu gestalten. Ihr hättet genauso gut andere Dinge wählen können; ihr wolltet euch engagieren. Das ist ein Wort, das man auslöschen will: Engagement. Durch das Engagement wachst ihr, werdet ihr groß, so, wie ihr seid, aber mit Engagement. Das Beste geben, um das Wunder nicht nur der Brotvermehrung, sondern der Vermehrung der Hoffnung zu ermöglichen. Und ihr, wenn ihr euer Bestes gebt, euch engagiert, dann bewirkt ihr das Wunder der Vermehrung der Hoffnung. Wir brauchen die Vermehrung der Hoffnung. Danke! Danke für all das! So zeigt ihr noch einmal, dass es möglich ist, auf die eigenen Interessen zugunsten der anderen zu verzichten. Wie es auch du getan hast, Stella Maris. Ich habe die Zeugnisse schon vorher gelesen, darum konnte ich das hier schreiben; und als ich das deine gelesen habe kamen mir fast die Tränen. Du hast dein Eigeninteresse zurückgesteckt: du hattest jeden Cent zusammengekratzt, um am Weltjugendtag in Krakau teilnehmen zu können, aber dann darauf verzichtet, um die Beerdigung drei deiner Großeltern bezahlen zu können. Du hast darauf verzichtet, um deine Wurzeln zu ehren, und das macht dich zu einer Frau, einer Erwachsenen, das macht dich mutig. Du hast darauf verzichtet, an etwas teilzunehmen, was dir gefiel und wovon du geträumt hattest, um deiner Familie helfen zu können und sie zu unterstützen, um deine Wurzeln in Ehren zu halten, um dort zu sein. Und der Herr war gerade dabei, ohne dass du es erwartet und gedacht hättest, für dich das Geschenk des Weltjugendtags in deinem Land vorzubereiten. Dem Herrn gefallen solche Scherze, dem Herrn gefällt es, so auf die Großzügigkeit zu antworten: er übertrifft immer an Großzügigkeit. Du gibst ihm so ein bisschen, und er gibt dir so ein Riesenmenge! So ist der Herr, was sollen wir machen? Er liebt uns auf diese Weise. Wie Stella Maris haben auch viele von euch auf allerlei Weise Verzicht geleistet. Viele von euch haben auf etwas verzichtet … Denkt jetzt einmal nach: Auf was habe ich verzichtet, um ehrenamtlicher Helfer zu werden? Denkt einen Moment nach … Ihr habt, so erinnert ihr euch, Träume zurückstellen müssen, um euch um euer Land und eure Wurzeln zu kümmern. Dies segnet der Herr immer; er lässt sich an Großzügigkeit nicht übertreffen. Jedes Mal, wenn wir etwas, was uns gefällt, zum Wohl der anderen und insbesondere der Schwächsten oder zugunsten unserer Wurzeln, wie es unsere Großeltern und unsere alten Menschen sind, aufschieben, gibt es uns der Herr hundertfach zurück. An Großzügigkeit kannst du ihn nicht übertreffen, denn niemand kann ihn an Großzügigkeit, niemand an Liebe übertreffen. Freunde, gebt und es wird euch gegeben werden und ihr werdet erfahren, wie der Herr über euch ein »gutes, volles, gehäuftes, überfließendes Maß« (Lk 6,38) ausgießen wird. So heißt es im Evangelium.

Liebe Freunde, ihr habt eine Erfahrung von einem lebendigeren, wirklicheren Glauben gemacht; ihr habt die Kraft gelebt, die aus dem Gebet und der Neuheit einer anderen Freude entsteht, die Frucht der Arbeit Seite an Seite auch mit Personen ist, die euch unbekannt waren. Jetzt kommt der Augenblick der Aussendung: Geht hinaus, erzählt, geht hinaus, bezeugt, geht hinaus und gebt das weiter, was ihr gesehen und gehört habt. Tut das nicht mit vielen Worten, sondern so, wie ihr es hier getan habt, mit einfachen Gesten, mit alltäglichen Gesten, die verwandeln und alles neumachen, mit diesen Gesten, die es schaffen, „Wirbel“ zu machen, einen konstruktiven „Wirbel“, einen „Wirbel“ der Liebe. Ich erzähle euch etwas: Als ich am ersten Tag angekommen bin, war da auf der Straße eine Frau mit einem Hut, eine ältere Frau, eine Großmutter; sie stand da, nahe am Absperrzaun, wo ich mit dem Auto vorbeifuhr. Sie hatte eine Plakat, auf dem stand: „Auch wir Großmütter wissen, wie man Wirbel macht!“ Und sie fügte hinzu: „mit Weisheit“. Tut euch mit den Großeltern zusammen, um „Wirbel“ zu machen; das wird ein heftiger Wirbel, ein genialer! Habt keine Angst, geht und sprecht. Die Frau kam mir so alt vor, und ich habe sie nach ihrem Alter gefragt: sie war 14 Jahre jünger als ich. Wie peinlich!

Bitten wir den Herrn um seinen Segen. Er möge eure Familien und eure Gemeinschaften und alle Menschen segnen, denen ihr in der nächsten Zeit begegnen werdet. Stellen wir unser Herz, alles, was wir im Herzen tragen, auch unter den Mantel der Heiligen Jungfrau. Sie möge euch begleiten. Und wie ich euch in Krakau gesagt habe: Ich weiß nicht, ob ich beim nächsten Weltjugendtag dabei sein werde, aber ich versichere euch, dass Petrus gewiss da sein und euch im Glauben stärken wird. Geht kraftvoll und mutig voran und bitte – ich bin ein Sünder – vergesst nicht, für mich zu beten.

Danke!

[Gebet]

Und jetzt erteile ich euch den Segen. Nehmen wir in unser Herz all das hinein, was wir sind, das, was wir ersehnen, die Menschen, mit denen wir in diesen Tagen zusammengearbeitet haben, die anderen ehrenamtlichen Helfer, die Leute, denen wir begegnet sind. Nehmen wir in unser Herz unsere Freunde hinein, damit auch sie den Segen empfangen. Und nehmen wir in unser Herz auch die hinein, die uns nicht gern haben, unsere Feinde – jeder von uns hat welche –, damit Jesus auch sie segne. Und alle zusammen können wir weitergehen.

[Segen]

 

Hymne Original

He aquí la sierva del Señor, hágase en mí según tu palabra
Autor: Abdiel Jiménez

Somos peregrinos que venimos hoy aquí,
desde continentes y ciudades.
Queremos ser misioneros del Señor,
llevar su palabra y su mensaje.
Ser como María, la que un día dijo: .
Ante la llamada de tu proyecto.
El cielo se goza y canta de alegría.
Toda la tierra alaba tus portentos.

HE AQUÍ LA SIERVA DEL SEÑOR,
HÁGASE EN MÍ SEGÚN TU PALABRA. 2x
TU SIERVA, YO SOY.
TU HIJA, YO SOY.
TU HIJO, YO SOY.

Ser como María, disponibles a salir.
Iglesia peregrina con amor.
Jóvenes, testigos y discípulos,
Con alegría, fe y vocación.

HE AQUÍ LA SIERVA DEL SEÑOR,
HÁGASE EN MÍ SEGÚN TU PALABRA. 2x

No tengan miedo, no.
No tengan miedo,
de llevar el amor de Dios.
Comprometidos, sí, como María
que supo ser la sierva del Señor.

HE AQUÍ LA SIERVA DEL SEÑOR,
HÁGASE EN MÍ SEGÚN TU PALABRA. 2x
HE AQUÍ, LA SIERVA DEL SEÑOR,
HÁGASE EN MÍ SEGÚN TU PALABRA. 4x